Freitag, 13. Mai 2016

Lumpi im Horrorland - oder- Der Hund auf dem Volksfest/Jahrmarkt



Beine, Beine, nichts als Beine!
Und so einen Höllen Lärm!
Oh nein!!! Dieses Monster frisst die Menschen!!!!
Herrchen tu doch was!
Hörst du nicht ihr schreien?
Siehst du nicht, was dieses Monster macht?
Die Menschen werden durch die Luft geschleudert!
Die lauten Geräusche tun mir in den Ohren weh. 
Ich fühle die Bässe im Magen bummern.
Überall sind Beine, denen ich ausweichen muss.
Herrchen ich will hier weg!
Ich hab solche Angst!
Was habe ich getan, dass du mich hier hinschleppst?
Bitte bring mich nach Hause!


Es war einmal ein kleiner Hund, der hieß Lumpi.

"Seit ihr fertig? Wir wollen los!" rief  Herrchen. Lumpi lief natürlich auch zur Tür. Los ist immer gut. "Ja Lumpi, du kommst mit. Du gehörst ja auch zur Familie und dieses Wochenende gibt es was ganz besonderes".
Er ahnte nicht, dass dieser Spaziergang anders sein würde als sonst.

Herrchen setzte Lumpi ins Auto und fuhr los.
"Toll" dachte Lumpi, "es geht auf die Tobewiese. Da fahren wir immer mit dem Auto hin".

Nach einiger Zeit kam das Auto zum stehen.
"Seltsam", dachte Lumpi "hier sind wir doch ganz wo anders. Und hier ist es ganz schön laut".

Herrchen holte Lumpi aus dem Auto, leinte ihn an und lief los.
Je weiter sie gingen, um so mehr Menschen kamen ihnen entgegen und auch hinter ihnen her.
Es wurde immer lauter.
Lumpi sah fast nur noch Menschenbeine und Füße, die sich bedrohlich näherten.
Es herrschte ein furchtbarer Krach.
Überall her dröhnten ohrenbetäubende, metallisch klingende Stimmen.

Lumpi hatte furchtbare Angst, aber Herrchen ging einfach weiter.

Immer wieder berührten fremde Beine und Füße den kleinen Hund.
Als Lumpi sich an einer kleinen Stelle umschauen konnte, traute er seinen Augen nicht.
Ein riesen großes Monster hatte viele Menschen verschluckt!
Es wirbelte sie durch die Luft!!
Es versuchte sie bestimmt zu töten!!!
Die Menschen schrien fürchterlich und alle standen nur herum und schauten zu!!!
"Herrchen! Tu doch was!"
Die Menschen strömten einen eigenartigen Geruch aus.

Lumpi war vor Angst wie gelähmt.
Aber Herrchen ging einfach weiter und zog Lumpi mit sich.

Sie kamen an weiteren Monstern vorbei und überall wiederholte sich das Szenario.

Nach einer gefühlten Ewigkeit wurden die Menschenbeine weniger.
Erst jetzt merkte Lumpi, dass sie auf dem Weg zurück zum Auto waren.

Endlich im sicheren Auto schlief Lumpi völlig erschöpft ein.


Ein wirkliches Happy End hat die Geschichte nicht.
Aber eine Moral:

Bitte denkt an eure Hunde und lass sie bei Volksfesten und Jahrmärkten Zuhause!
Für einen Hund ist dieses laute Fest mit den vielen Menschen einfach nur Horror!
Sie können die vielen Eindrücke nicht zuordnen, haben einen wahnsinnigen Stress und Angst.

Das sollte keinem Hund zugemutet werden.

Bei uns ist dieses Wochenende Pfingstmarkt. Ein großes Volksfest mit Fahrgeschäften, Ständen, Festzelt und vielen Menschen.

Jedes Jahr tun mir die armen Hunde leid, die von ihren Besitzern mitgeschleppt werden.
Viele Menschen denken, es wäre für den Hund eine gute Übung, oder eine Abwechslung.

Aber das ist es nicht. Es ist reiner Stress.

Ich war eben da, um für euch das Foto aus Hundesicht zu machen. Und mal gezielt darauf zu achten, was ich aus Hundesicht wahrnehmen würde.
Es war noch nicht so viel los. Und trotzdem sind schon jede Menge Beine, denen Hund ausweichen müsste. Und wahnsinnig viele, sehr laute Geräusche.
Auch die Fahrgeschäfte, in denen kreischende Menschen herum geschleudert werden, müssen aus Hundesicht sehr beängstigend sein.


Eure Hunde freuen sich viel mehr, wenn sie im Körbchen schlafen und nach eurer Heimkehr mit euch auf einer Wiese tollen dürfen.





Dienstag, 10. Mai 2016

Kind und Hund


Das Thema Kind und Hund ist sehr wichtig für mich.
Nicht nur, weil ich selbst einen kleinen Sohn und Hunde hab, sondern auch schon davor.

Vor meiner Arbeit mit Hunden, habe ich Erzieherin gelernt.
Meine Facharbeit habe ich zum Thema Kinder und Tiere gemacht, weil ich finde, dass Tiere und besonders Hunde, unglaublich wichtig für Kinder sind.

Das Zusammenleben von Kind und Hund stellt eine tolle Bereicherung dar.
Die kindliche Entwicklung und Gesundheit profitiert sogar davon.
Kinder und Hunde können auch wirklich gute Freunde sein.
Auch im Fernsehen sehen wir das immer wieder:
Wer kennt sie nicht, Lassie, Die fünf Freunde, die kleinen Strolche.....
Oder lustige Videos im Internet, auf denen Kind und Hund (vermeintlich) Spaß haben.

Aber leider gibt es auch immer wieder Zwischenfälle, bei denen es zu Verletzungen kommt.
Oft passieren diese sogar in der eigenen Familie. Und in den meisten Fällen, könnten diese relativ einfach verhindert werden.

Wie schaffen wir es, dass unsere Kinder und Hunde in einer friedlichen und freundschaftlichen Beziehung zusammenleben?

Diese 5 Tipps tragen zu einer guten Kind-Hund-Beziehung bei:

Verstehen
Wichtig ist es erst einmal, dass die Eltern sich intensiv mit der Körpersprache, Stress- und Beschwichtigungssignalen des Hundes vertraut machen (am besten bevor der Hund/das Baby kommt).
Denn wenn die Erwachsenen den Hund richtig verstehen, können sie auch frühzeitig reagieren, damit der Hund nicht überfordert wird.
Denn Hunde müssen sich nicht, wie leider immer noch oft behauptet wird, alles vom Kind gefallen lassen!
Auch das Kind sollte von Anfang an Regeln im Umgang mit dem Hund lernen und das Verhalten des Hundes erklärt bekommen.

Nie alleine
Kinder und Hunde sollten niemals alleine zusammen in einem Zimmer sein. Genauso sollten auch Kinder nicht alleine mit dem Hund spazieren gehen. 
Auch beim Spiel von Kind und Hund muss immer ein Erwachsener anwesend sein.
Es können immer Situationen auftauchen, in denen einer von beiden in Stress gerät oder sich unwohl fühlt. Und dann können Unfälle passieren, die einfach zu vermeiden wären.

Sichere Rückzugsmöglichkeiten und Ruhe
Sowohl Kind, als auch Hund, benötigen sichere Rückzugsmöglichkeiten, wo sie sich ungestört ausruhen oder spielen können. 
Diese Orte sollten dann für den anderen konsequent tabu und je nach Alter des Kindes auch unzugänglich sein.
Also bitte keine niedlichen "das Kind liegt beim Hund im Körbchen" Bilder...
Auch beim Fressen sollte der Hund seine Ruhe haben und nicht vom Kind gestört werden.

Gemeinsame Zeit
Damit sich der Hund nicht ausgeschlossen fühlt, sollte er auch in Anwesenheit des Kindes Beachtung finden. So kann zum Beispiel der Hund gemütlich bei Frauchen sitzen, während das Baby gefüttert wird. Oder etwas größere Kinder können ein Bilderbuch anschauen, während der Hund seine Krauleinheit bekommt.

Aufgaben
Sowohl Hund, als auch Kind (je nach Alter) können Aufgaben bekommen, die das Miteinander fördern.
So kann z.B. der Hund lernen die Feuchttücher zu bringen.
Kinder können je nach Alter z.B. helfen das Futter zuzubereiten oder vor dem Spaziergang die Kotbeutel einpacken.

Durch diese einfachen Regeln, könnt ihr viel dafür tun, dass auch bei euch die "kleine Strolche Harmonie" herrscht.

Mir selbst ist es neulich erst passiert, dass ein fremder Hund meinem Kind nicht ganz wohl gesinnt gegenüber war...
Würde ich die Körpersprache des Hundes nicht so gut verstehen, wäre es zu einem Unfall gekommen. So habe ich aber schon bei der ersten Begegnung gesehen, dass der Hund ziemlich unsicher auf meinen Sohn reagiert hat (die Besitzer des Hundes haben das leider nicht erkannt). 
Also achteten wir darauf, dass der Knirps immer in unserer direkten Nähe blieb, so dass ich frühzeitig eingreifen konnte.

Wenn ihr weitere Tipps oder Hilfe in bestimmten Situationen sucht, sprecht mich gerne an.
Auch, wenn es danach aussieht, als könnte es Konflikte im Zusammenleben geben, scheut euch nicht, so früh wie Möglich Hilfe zu holen.

Oft können mit ein paar kleinen Änderungen und Regeln, Situationen entschärft werden.

Du möchtest mehr zum Thema erfahren und Tipps für Dich und Deine Familie haben?
Dann kontaktiere mich gerne über meine Homepage: http://www.vierbeiner-beratung.de/beratung/kind-und-hund/









Donnerstag, 28. April 2016

Hundetraining mit dem Smartphone?


Seit kurzem gibt es auch Hundetraining über das Smartphone.
Eine völlig neuartige Art des Hundetrainings, bei der du als Hundehalter die Lerninhalte per Video aufs Smartphone bekommst und so jederzeit und überall üben kannst.

Kaum ist dieses neue Angebot raus, schon gibt es die ersten Stimmen die sagen: das kann doch gar nicht gehen... Wie soll mein Hund mit dem Smartphone was lernen.... Schon wieder neues Onlinehundetraining..... Wer Zeit hat Videos zu schauen,kann auch in die Hundeschule gehen....

Ich kann das Misstrauen verstehen.
Ich bin selbst jemand, der viele Dinge kritisch hinterfragt.
Aber ich biete auch jedem die Möglichkeit mir zu erklären, worum es geht.
Und wer sich das Angebot einfach mal durchliest, versteht dann auch (normalerweise) worum es geht...

Ich möchte hier mal kurz aufführen, was für ein Angebot es ist und für wen es gedacht ist:

Bei dem "Smarten Hundetraining" handelt es sich um einen 10 Wochen Kurs.
Der Kunde bekommt also 10 Wochen lang Lerninhalte in Form von Videos aufs Handy und kann diese anschauen. Das Gesehene übt er dann mit seinem Hund.
Und jetzt kommt der Unterschied zum Onlinehundetraining: Das Smartphone hat der Hundehalter immer dabei, und kann auch unterwegs die Videos nochmal sehen. Außerdem kann er Videos, von sich selbst beim üben, zurückschicken! Diese Videos werden dann ausgewertet und der Hundehalter bekommt ein individuelles Feedback zu sich und seinem Hund.

Es sitzt also quasi auf der anderen Seite des Smartphones die Hundetrainerin und gibt dir Hilfestellung für dich und deinen Hund.

Auch ist es lediglich als Alternative gedacht für Menschen, die nicht regelmäßig eine Hundeschule besuchen können.
Es gibt viele Hundehalter die z.B. in der Pflege oder im Schichtdienst arbeiten und deshalb nicht regelmäßig Kurse besuchen können.

Wenn du dir jetzt selbst ein Bild machen möchtest, klick einfach mal rein www.smart-hund-mobil.de

Freitag, 25. März 2016

Pubertät beim Hund


Was wir umgangssprachlich als die Pubertät des Hundes bezeichnen, setzt sich aus der Pubertät und der Adoleszenz zusammen.
Die eigentliche Pubertät des Hundes ist daran zu erkennen, dass Rüden beginnen das Bein zu heben und Hündinnen das erste Mal läufig werden. Sie dauert nur wenige Monate. Der Hund erreicht die Geschlechtsreife.
Daran schließt sich die Adoleszenz an. Auch in dieser Phase zeigt der Hund "pubertäre" Verhaltensweisen. Erst mit deren Ende ist der Hund auch geistig und emotional erwachsen. Das Ende der Adoleszenz und damit vollständig erwachsen, ist je nach Hundetyp erst mit ca. 2,5 bis 4 Jahren zu erwarten.
Sollte der Hund aus irgend welchen Gründen kastriert werden, ist es besser bis zum Ende der Adoleszenz zu warten. Diese wird nämlich ansonsten verzögert oder der Hund bleibt gar auf diesem Niveau stehen.
Das Ende der Adoleszenz ist daran zu erkennen, dass die Hündinnen (bei Rüden die Schwestern oder andere Rasse Vertreterinnen) die dritte Läufigkeit inkl. Scheinmutterschaft komplett durchlaufen hat. Der Hund wirkt in allem gefestigter und vernünftiger.

Während der Pubertät und Adoleszenz wird das Gehirn vom emotionalen, infantilen zum rationalen, Erwachsenen umgebaut. Dem Hund fallen Impulskontrolle und Risikoabwägung schwer. Seine Risikobereitschaft ist höher, er testet seine Grenzen und seine Reaktionen fallen emotionaler aus.
Hunde sind in dieser Zeit stressanfälliger.
Der Hund zeigt ein gesteigertes Erkundungsverhalten und es fällt ihm schwer sich von für ihn wichtigen Dingen zu trennen. Auch selbstbelohnendes Verhalten spielt eine größere Rolle.

In "freier Wildbahn" würde der Hund nun evtl. das Rudel verlassen und abwandern.
Der Hund tut in der Zeit nichts bewusst um uns zu ärgern und auch nicht aus "Dominanz".
Er kann manche Dinge schlicht und einfach plötzlich wirklich nicht mehr. Deshalb ist es wichtig in dieser Zeit viel zu loben und in ablenkungsarmer Umgebung zu üben.

Der Hund braucht jetzt besonders viel Sicherheit, Führung, Verständnis und Konsequenz.
Ihm sollte so oft es geht die Möglichkeit gegeben werden, einfach Hund zu sein. Kommandos sollten in dieser Zeit eher sparsam eingesetzt werden. Sie sollten durchgesetzt werden, aber dem Hund sollte auch gezeigt werden, dass es sich für ihn lohnt.

Die Beziehung zwischen Hund und Mensch, und die Alltags Erziehung sollten im Vordergrund stehen. Wenn dem Hund Grenzen aufgezeigt werden, sollte danach die sofortige Versöhnung stattfinden. Wir wollen ja schließlich nicht, dass unser Hund sich wünscht ab zu wandern ;-)

Bis der Hund vollständig erwachsen ist, wird es immer wieder Wechsel von "rüpeligstes Hundemonster" zu "Muster Schüler und bester Hund der Welt" geben.

Es lohnt sich, diese Zeit mit Geduld, liebevoller Konsequenz, Sicherheit, Führung und ein bisschen Humor durch zu stehen.
Danach folgen schließlich in den meisten Fällen viele schöne Jahre mit einem tollen Begleiter.

Donnerstag, 17. März 2016

Wie Gianni mit Lottes Tod umgegangen ist

Ich weiß, dass es ein schweres Thema ist. Und mir fällt es auch jetzt nicht leicht, darüber zu schreiben. Aber da viele von euch auch zwei Hunde haben, denke ich, es ist ein wichtiges Thema.

Ich möchte euch in diesem Beitrag mal meine Erfahrung mit der Trauer von unserem Gianni schildern.
Ich habe den Beitrag schon vor über einem Jahr geschrieben.
Wer grade nichts zu dem Thema lesen möchte, überspringt es einfach. 


Lotte  2003 - 2014


Im April 2014, mussten wir unsere Lotte (Giannis Mama) leider nach einem Jahr ständigem auf und ab, für immer gehen lassen. Wir hatten schon einige Monate vorher besprochen, wie es ablaufen soll. Die Tierärztin kam zu uns nach Hause, damit Lotte möglichst entspannt einschlafen kann. Wir hatten Glück mit dem Wetter. Ich saß schon mit Lottchen im Garten unter ihrem lieblings Birnenbaum, als die Tierärztin kam. Lotte lag auf ihrer Decke. Ich habe sie die ganze Zeit mit Leckerchen gefüttert. Wir haben immer gescherzt, Lotte würde bis zum letzten Atemzug fressen, aber dass es wirklich so kommen würde, hätten wir nicht gedacht. Sie hat wirklich bis zur letzten Sekunde gefressen und hatte sogar noch einen dicken Keks in der Backe als sie eingeschlafen war.
Nachdem Lotte für immer eingeschlafen, und die Tierärztin gegangen war holten wir Gianni. Er sollte Lotte sehen und sich verabschieden können. Er hat an ihr geschnuppert und ging dann weiter seine Wege. Prima, dachten wir. Das hat er aber locker genommen.
Auch als wir Lotte begraben haben, war Gianni dabei. Wir haben ihm nichts angemerkt. Im Gegenteil. Gianni lief wie immer im Garten rum.
In den folgenden Tagen wurde Gianni immer lebhafter. Er begrüßte Besuch noch stürmischer als sonst, er spielte viel und rannte im Garten rum. Wir dachten er wäre aus irgendeinem Grund „erleichtert“.
Doch sein Verhalten wurde immer schlimmer. Im Garten rannte er zum Teich und soff literweise Wasser, so dass wir ihn unterbrechen mussten, oder er fraß so viel Gras bis er erbrach. Im Haus lief er nur noch umher und schlief nur nachts.
Da wir für die Hunde außer im Schlafzimmer überall gemeinsame Körbe und Liegeplätze hatten, entfernte ich schweren Herzens alles, was auch nur annähernd an Lotte erinnerte. Wir fuhren zu Fressnapf um Gianni ein neues Körbchen zu kaufen. Er sollte sich eins aussuchen. Gianni stand vor der Auswahl an Liegeplätzen, seufzte und guckte „bedöppelt“. Es waren alles ähnliche Körbchen wie wir bereits hatten. Ich stand daneben und hatte Tränen in den Augen. Er wollte keines der Körbchen. Scheinbar erinnerten sie ihn an Lotte. Also suchte ich etwas, was wir vorher nicht hatten. Ein Weidenkorb mit Kissen. Gianni legte sich sofort rein. Zuhause angekommen stellten wir ihm den Korb hin. Er ging rein und schlief endlich.
Gianni kam zwar nun endlich wieder zur Ruhe, aber draußen war er nach wie vor rastlos. Auch sonst war er nicht der alte. Wir konnten ihn nicht mehr alleine lassen. Und er hatte abgenommen.
Als unsere Katze Saphira dann auch noch vier Wochen nach Lotte vor unseren Augen starb, wurde es noch schlimmer.
Da wir im Oktober unser erstes Kind erwarteten waren wir hin und her gerissen… Sollten wir uns wieder einen Hund holen oder nicht? Uns war klar, dass wir mit Baby vermutlich weniger Zeit hätten und er öfter mal alleine bleiben müsste. Vielleicht würde ihm ein neuer Hund helfen. Also fingen wir an zu suchen. Uns war klar, dass es nicht einfach würde, da wir einige Anforderungen hatten: Hündin, max. 43 cm, ca. 4 bis 6 Jahre, verträglich mit Katzen, Kindern, und Artgenossen, eher ruhig…  Wir suchten sämtliche Tierheime und Tierschutzvereine in ganz Deutschland ab. Erfolglos. Also suchten wir bei Züchtern nach erwachsenen Tieren…. Und fanden Tiffy, eine rauhaarige Klein-Elo Hündin. Ein Jahr jünger als Gianni.
Gemeinsam mit einer Freundin fuhren wir bei über 30 Grad an Pfingsten nach Dedelstorf um uns das Tier an zu schauen. Gianni und Tiffy waren sich auf Anhieb sympathisch. Die kleine Hündin war zwar etwas ängstlich, arrangierte sich aber schnell mit „unheimlichen“ Reizen. Der Züchter versicherte uns, dass wir Tiffy zurück bringen könnten, sollte sie sich nicht einleben. Tiffy lebte dort nämlich mit Artgenossen in großen Ausläufen und nicht im Haus.
Schon zwei Tage nach Tiffys Einzug, kam der erste Test. Ich musste überraschend ins Krankenhaus zur Untersuchung. Dort waren wir einige Stunden. In meinem Kopf liefen die wildesten Horrorszenarien… Als wir nach Hause kamen, lag Tiffy in Giannis Körbchen und er entspannt daneben. Da wussten wir, dass die Entscheidung den irren kleinen Zottel zu holen, richtig war.
Gianni wurde endlich wieder „normal“.
Wir vermissen unser Lottchen immer noch, und auch Gianni hatte 9 Monate später noch einen Einbruch. Ich habe ihn geschoren, und wollte ihm seinen Mantel anziehen. Als er den Mantel sah (Lotte hatte das gleiche Model) verkroch er sich zitternd in der Ecke. Auch ein Geschirr, was beide trugen und seit Lottes Tod nicht zum Einsatz kam, löste diese Reaktion aus.
Ich wusste schon immer, dass Tiere auch trauern. Aber mir war nicht bewusst, wie „menschlich“ ihre Trauer ist. Und dass manche Situationen ihn so an Lotte zu erinnern scheinen, dass er so deutliche Reaktionen zeigt. Auch hätte ich nicht gedacht, dass Hunde so lange trauern und nach so langer Zeit immer noch solche Assoziationen haben. Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn wir Tiffy nicht geholt hätten. Ich glaub ich will es auch gar nicht wissen. Vielleicht hätte er sich nach weiteren Wochen und Monaten erholt. Aber sicher bin ich mir nicht.
Es hat mir jedenfalls gezeigt, dass unser Hund wirklich noch klüger und sensibler ist als ich dachte. Ich bin froh, dass er nicht lesen kann, sonst hätte garantiert nicht nur ich beim schreiben dieses Textes geheult.
Ich hoffe, dass keiner von euch in so eine Situation kommt. Und wenn doch, lasst euch von niemandem einreden „es ist nur ein Hund“. Und hört auf euer Gefühl.

Wir vermissen unser Lottchen immer noch sehr. Und Saphira genauso. Aber vielleicht passen die beiden ja jetzt als Hunde- und Katzenschutzengel auf unseren kleinen Sohn auf.

Dienstag, 1. März 2016

Sicherheit für Hund und Mensch - Der Maulkorb

Foto Andrea Winter

Du siehst einen Hund mit Maulkorb, und machst sofort einen großen Bogen.
Was hat der Hund wohl angestellt? Wen hat er gebissen?

Diese oder ähnliche Fragen, gehen dir durch den Kopf.

Aber warum? Wieso, wird der Maulkorb nur mit solchen negativen Bildern behaftet?

Eigentlich, müssten die Gedanken doch eher die folgenden sein:
Oh, ein Hund mit Maulkorb. Toll, dass die Besitzer so verantwortungsvoll sind. Ich kann entspannt vorbei gehen.

Es gibt viele verschiedene Gründe, warum ein Hund einen Maulkorb trägt:

Klar, es kann sein, dass er aggressiv auf Menschen oder Tiere reagiert. Und dann ist es einfach nur sinnvoll und verantwortungsbewusst, dem Hund einen Maulkorb auf zu ziehen. Dadurch kann der Besitzer sich sicherer fühlen, weil eben nichts passieren kann. Diese Sicherheit überträgt sich auf den Hund und das Training ist viel effektiver.

Unverantwortlich finde ich es, wenn aggressive, oder potentiell gefährliche Hunde nicht gesichert werden!
Weil die Besitzer einen Maulkorb hässlich, blöd oder sonst was finden.
Oder meinen der Hund fühlt sich damit nicht wohl.
Statt dem armen Hund den winzigen Teil des Tages, an dem er sich draußen beim Spaziergang aufhält, einen Maulkorb auf zu tun, wird dann lieber in Kauf genommen, dass jemand verletzt oder gefährdet werden könnte!
DAS finde ich wirklich gefährlich. Nicht den Hund, der mit Maulkorb auf mich zu trottet.


Es kann aber auch sein, dass der Maulkorb tragende Hund einfach nur zur Art der alles inhalierenden Vielfraße gehört.
Und vielleicht nicht alles davon für ihn gut wäre.
Dann hilf ein Maulkorb auch, damit der Hund eben nicht alles inhaliert, was er findet.

Manche Hunde können auch durch gesundheitliche Beschwerden plötzlich anders reagieren als sonst. Vielleicht weil sie Schmerzen haben. Oder andere Erkrankungen ihren Allgemeinzustand beeinträchtigen.
Auch dann bringt ein Maulkorb Hund und Halter Sicherheit.


Auf jeden Fall ist es sinnvoll jeden Hund an einen Maulkorb zu gewöhnen.
Dann kann er nämlich damit genau so entspannt die Welt entdecken wie ohne.
Wenn das Training gut genug und in kleinen Schritten aufgebaut wird, stört es den Hund nicht wirklich.

Und es gibt verschiedene Situationen, in denen ein Maulkorb sogar Pflicht oder unvermeidbar ist!
Wenn du mit deinem Hund öffentliche Verkehrsmittel nutzen willst zum Beispiel.
Oder wenn dein Hund eine schmerzhafte Behandlung bekommt. Da kann nämlich auch der liebste Hund plötzlich um sich beißen.

Also, denkt einfach mal einen Moment länger drüber nach, wenn euch irgendwo ein Maulkorb begegnet. Und helft mit dazu beizutragen, dass Hunde mit Maulkorb und ihre Halter besser akzeptiert werden!







Freitag, 12. Februar 2016

Gianni: leinenlos



Immer wieder treffe ich beim Gassi gehen, eine ganz besondere Hundeart:
den "Leine-brauch-ich-nicht". Eine Unterart des "Der-tut-nix". Oft geführt von einem "Hunde-brauchen-Freiheit".

Leider habe ich schon mehrere unangenehme Erlebnisse mit anderen gehabt. 
Mit netten, verträglichen Hundekumpels spiele ich auch gerne mal. Aber ich brauch halt etwas Zeit, um Vertrauen aufzubauen.
Viele meiner Artgenossen verstehen unsere Sprache gar nicht mehr richtig.
Vielleicht ist es das, was die Menschen mit Vermenschlichung meinen.....
Ihr Menschen versteht uns ja auch nicht immer.

Und seit diesen Vorfällen reagiere ich... naja, sagen wir mal... empfindlich!
Und so geht es nicht nur mir!
So geht es vielen Hunden!

Da Frauchen die Meinung vertritt, dass nicht jeder Mensch Hunde mag, und auch nicht jeder Hund Kontakte möchte, bin ich an der Leine, wenn Mensch oder Hund auf uns zu kommen.
Ich mein, so´n bisschen Recht hat sie ja. Auch wenn ich natürlich lieber "frei" laufe.

Da schnüffelt Hund gemütlich durch die Landschaft. Und plötzlich taucht irgendwo besagter Artgenosse auf und bringt mich ziemlich in Aufregung. 

Ich mag es eben nicht, wenn Kollegen einfach auf mich zu gerannt kommen.
Das löst bei mir ziemlichen Stress aus.
Und den Stress hat dann auch Frauchen.
Das kann nämlich ziemlich anstrengend sein mit zwei angeleinten Hunden (manchmal 3) und oft noch einem Kind, einen fremden Hund los zu werden.

Deshalb liebe Menschen, seid doch so lieb und nehmt eure Hunde erst mal an die Leine.

Ihr Menschen könnt doch sprechen. Also redet einfach mal miteinander. 
Geht ganz einfach: "Mag Ihr Hund Kontakt?" Wenn ja, dann spricht ja nichts dagegen, dass wir Vierbeiner miteinander toben. Wenn nein, dann bleiben wir halt an der Leine.
Es gibt ja auch Situationen, wo wir einfach mal auf Abstand bleiben sollten: läufige Hündinnen (ja, auch die haben ein Recht Gassi zu gehen!), alte oder kranke Hunde, ängstliche Hunde....

Und übrigens, wir Hunde müssen auch rein gar nichts miteinander klären!
In der Regel müssen wir mit dem "der-tut-nix" nämlich nicht zusammen leben!
Und was es für Folgen haben kann, wenn ein Chihuahua was mit einer Dogge "klären muss", brauch ich wohl nicht erklären....

Also, einfach mal ein bisschen Rücksicht nehmen und Hund erstmal anleinen.

Meine Artgenossen und ich, sind  dir dafür sehr dankbar!


Bis bald, Gianni







PS:Wenn dein Hund auch Probleme mit Artgenossen hat, daran kann man arbeiten. 
Ihr seid nicht alleine!
Traut euch ruhig, Hilfe zu holen.



Frauchen hilft euch auch gerne weiter: www.vierbeiner-beratung.de